Philosophie der weiblichen Energie
Was ist der Unterschied zwischen der weiblichen und der männlichen Energie?
In der Philosophie der über 1000 Jahre alten Tantra-Tradition meiner Schule ist die weibliche Natur der Beginn von allem auf dieser Welt. Dieser ursprünglichen kosmischen Energie des Universums entspricht die Energie der Shakti. Sie ist unbegrenzt und fein. Die männliche Energie ist im Vergleich dazu eher von materieller und einfacher Natur. Wenn man sich vorstellt, dass die weibliche Shakti-Energie das Universum ist, so stellt die männliche Energie die materiellen Objekte dieses Universums dar. Für Frauen ist es einfach, ihrer Natur nach in Kontakt zur Shakti-Energie zu treten (weil sie in ihrem Wesen Eins sind) und sich an die unerschöpfliche Quelle der Kraft anzuschließen.
Die weibliche Shakti-Energie des Universums ist ursprünglich und grenzenlos. Jede Frau hat als großes, karmisches Energie-Geschenk einen Durchgang in die Welt dieser Energie in Form des unteren Wurzel-Chakra. Sie haben von Geburt an die Möglichkeit, mit der weiblichen kosmischen Energie, der Shakti Energie, in Verbindung zu kommen. Gewöhnlich ist diese Tür verschlossen, doch manchmal öffnet sie sich für kurze Zeit und schließt sich wieder. Die Öffnung geschieht durch die weibliche Sexualität und erreicht ihren höchsten Punkt während des weiblichen Orgasmus. Das ist ein ganz natürlicher, selbstverständlicher, weiblicher Energiemechanismus. Eine Frau muss das nicht lernen, es gehört einfach zur weiblichen Natur. In diesem Moment besteht eine direkte Verbindung mit dieser unteren Energiequelle, die Energie kann ganz frei von unten nach oben fließen. Das ist eine ganz natürliche Möglichkeit der Frau ihr Energiepotential zu stärken und sich immer wieder mit der kosmischen Energie aufzuladen. Der Orgasmus wirkt wie eine Explosion. Er schickt die Energie durch die Wirbelsäule nach oben, verteilt sie dort durch alle Chakras in alle Energiekanäle. Sie strahlt nach außen und macht die Aura größer, stärker und heller.
Mit der Ausübung des Tantra lernt die Frau, diese Tür bewusst zu öffnen. Dadurch steht sie auf der Schwelle, diese Kraft und das Licht des Lebens zu genießen, die sich vor ihr ausbreiten. Es ist der Zustand des kosmischen Orgasmus. Die wichtigste Bedingung dafür ist das Bewusstsein der eigenen Freiheit und der Möglichkeiten, d.h. dass die Frau ohne Angst und Zweifel die Kommunikation mit der inneren Kraft erlernt. Sie lernt, mit dieser Kraft Eins zu werden, mit dieser Kraft zu leben und ihren energetischen, physischen und mentalen Körper darauf vorzubereiten. Diese Kraft kann der Frau die Freiheit geben, glücklich und stark zu sein, die Freiheit zu lieben und zu wählen. Dies ist der Weg des Tantra für die Frau.
Das natürliche Fließen der tantrischen Energie einer Frau war zur Zeit des Matriarchats selbstverständlich. Die patriarchalische Zivilisation hat durch Verbote, Tabus, falsche Moral und Ängste versucht, diesen Energiemechanismus zu blockieren, um die Frauen besser kontrollieren zu können. Sie versuchte, die Frauen von ihrer natürlichen Kraftquelle abzuschneiden, die ihnen Freiheit, innere Stärke, Liebe und Glück schenkte.
Der Mann hat andere Wege um mit dem Universum Eins zu werden. Sein Weg im Tantra ist die Verschmelzung mit der weiblichen Energie, d.h. zunächst die Verschmelzung mit der Frau. Zusammen mit ihr kann er sich zu Beginn seines Weges mit Vertrauen und Freude in den Ozean der Shakti Energie begeben.

