In jeder spirituellen Tradition, in jedem Ashram gibt es Regeln. Für jede dieser Regeln gibt es einen oder mehrere praktische Gründe – auch wenn ein Außenstehender diese Gründe nicht unbedingt sofort erkennen kann oder vielleicht sogar falsch interpretiert. Die Regeln sind immer dazu da, die Meister und Schüler dieser Tradition vor fremder Energie zu schützen und die optimale Entwicklung zu gewährleisten. Deshalb kann auch in unserem Ashram nur lernen, wer sich an die Regeln hält.
Diese Regeln kommen nicht vom Meister, seinem Ego oder Machtgefühl. Diese Regeln sind Teil von allen spirituellen Traditionen.
Ich habe mit einer Shakti aus der Neo-Tantra-Szene gesprochen, die bei einem anderen Meister aus einer traditionellen Tantra-Schule lernen wollte. Dieser Meister verlangte von ihr, 12 Monate lang keine sexuellen Kontakte mit anderen Männern zu haben. Diese Regel ist Teil aller Tantra-Yoga-Traditionen und gilt auch bei uns für eine gewisse Zeit bei Schülerinnen aus dem Inneren Kreis.
Warum es wichtig ist, für eine gewisse Zeit tantrische Kontakte auf den Meister und die von ihm autorisierten Situationen mit anderen Männern zu beschränken, können Sie im Artikel Moral und Ethik nachlesen und im unten verlinkten Anti-Tantrischen Märchen.
Zusätzlich zu den ausgesprochenen Regeln ist die Grundlage der energetischen Arbeit im Tantra-Yoga, auf die eigene Intuition zu hören. Dazu ist es hilfreich, genau in den Körper hineinzuspüren. Denn der Körper drückt den kleinsten Zweifel, den wir bewusst gar nicht bemerken, in einem unwohlen Gefühl aus. Wenn auch nur der kleinste Zweifel sich bemerkbar macht, ist es besser, diese Sache sein zu lassen. Wenn man sich total unsicher ist, kann man immer noch den Meister fragen oder anrufen, bevor man etwas tut, was den weiteren Lernprozess stören kann.
Hier finden Sie nun das Anti-tantrische Märchen – die Form, die in unserer Tradition benutzt wird, um traumatische Situationen zu verarbeiten – über den Weg einer Schülerin, die unbewusst Regeln verletzt und gegen ihre eigene Intuition verhalten hat.
Mudi – ein Anti-tantrisches Märchen

